Denkwerkstatt / Lexikon

Psychologie verständlich

Gedankenakrobaten-Lexikon

Was Begriffe wirklich bedeuten.

Psychologie hat ein kleines Sprachproblem: Viele Begriffe klingen im Alltag selbstverständlich und bedeuten wissenschaftlich etwas anderes. Dieses Lexikon übersetzt psychologische Fachbegriffe in verständliche Sprache.

Die Begriffe haben unterschiedliche fachliche Herkunft und unterschiedliche wissenschaftliche Belastbarkeit. Neben etablierten Konzepten findest du Begriffe aus der Praxis und Denkmodelle aus meiner eigenen Arbeit. Wo diese Unterscheidung wichtig ist, mache ich sie sichtbar.

Kristin Fuchs schaut neugierig über ein aufgeschlagenes BuchKI-generiertes Bild

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Begriffe in sechs Themenblöcken

Jeder Eintrag zeigt, wie gut der Begriff wissenschaftlich abgesichert ist. So lese ich das →

42 Begriffe

Persönlichkeit & Diagnostik

Wie Persönlichkeit gedacht, gemessen und von Typen unterschieden wird.

PersönlichkeitPersönlichkeit bezeichnet relativ überdauernde Muster darin, wie Menschen denken, fühlen und handeln. Die American Psychological Association beschreibt Persönlichkeit als eine komplexe Konfiguration von Eigenschaften und Verhaltensmustern, die die individuelle Art mitprägt, sich im Leben zurechtzufinden.Lesen → Big FiveDie Big Five, auch Fünf-Faktoren-Modell genannt, gehören zu den am besten erforschten Modellen der Persönlichkeitspsychologie. Sie beschreiben Persönlichkeit nicht über feste Typen, sondern über fünf kontinuierliche Dimensionen.Lesen → PersönlichkeitstypEin Persönlichkeitstyp fasst Menschen zu Kategorien zusammen: zum Beispiel „der Analytiker“, „der Macher“ oder „Typ Rot“. Das ist eingängig – aber wissenschaftlich problematisch, wenn aus graduellen Unterschieden künstliche Grenzen gemacht werden.Lesen → Dimensionale PersönlichkeitsmodelleDimensionale Modelle gehen davon aus, dass Persönlichkeitsmerkmale auf Kontinua liegen. Stell dir einen Schieberegler statt einer Schublade vor.Lesen → Typologische PersönlichkeitsmodelleTypologische Modelle ordnen Menschen bestimmten Kategorien oder Grundtypen zu. In Trainings und Unternehmen begegnen einem häufig Farbmodelle. Der Vorteil: Man versteht sie sofort. Und genau darin liegt auch ihre Schwäche.Lesen → CharaktereigenschaftenCharaktereigenschaften sind relativ stabile Merkmale einer Person. Im Alltag werden Charakter und Persönlichkeit häufig synonym benutzt.Lesen → MotiveMotive sind die Beweggründe hinter Verhalten: was ein Mensch erreichen, vermeiden oder erleben möchte. Sie beantworten eine andere Frage als Persönlichkeitseigenschaften.Lesen → KompetenzenKompetenzen sind erlernbare Fähigkeiten und Verhaltensmöglichkeiten, mit denen Menschen Anforderungen bewältigen können. Und hier steckt eine wichtige Falle: Gut können bedeutet nicht automatisch gern tun.Lesen → PersönlichkeitsdiagnostikPersönlichkeitsdiagnostik ist mehr als ein Online-Test. Psychologische Diagnostik bedeutet nicht: Test machen, Ergebnis lesen, Etikett ankleben. Ein Testergebnis ist eine Hypothese über einen Menschen – kein Urteil über ihn.Lesen → LINC Personality ProfilerDer LINC Personality Profiler (LPP) verbindet drei Ebenen: Charaktereigenschaften, Motive und Kompetenzen. Die Charakterdimensionen orientieren sich am Big-Five-Modell, ergänzt um neun Handlungsmotive und ein Kompetenzprofil.Lesen → ValiditätValidität bezeichnet die Frage, wie gut die Interpretation eines Testergebnisses durch theoretische und empirische Evidenz gerechtfertigt ist. Ein Test kann hervorragend zuverlässig sein und trotzdem das Falsche messen.Lesen → ReliabilitätReliabilität bezeichnet die Messgenauigkeit bzw. Zuverlässigkeit eines Verfahrens. Aber: reliabel heißt nicht automatisch valide. Ein Test kann zuverlässig Unsinn messen.Lesen → Retest-ReliabilitätDie Retest-Reliabilität untersucht, wie ähnlich Testergebnisse sind, wenn dasselbe Verfahren nach einer gewissen Zeit erneut durchgeführt wird.Lesen → Big Five vs. DISGDie Big Five sind ein breit erforschtes, dimensionales Persönlichkeitsmodell. DISG ist ein praxisorientiertes Verhaltensmodell mit vier Stilen.Lesen → Big Five vs. MBTIBig Five und MBTI unterscheiden sich vor allem darin, ob sie Persönlichkeit auf Skalen messen oder in 16 Typen einteilen. Das Grundproblem ist nicht, dass die MBTI-Dimensionen bedeutungslos wären.Lesen →

Passung & Arbeit

Wann Mensch, Rolle, Aufgabe und Organisation zusammenpassen, und wann nicht.

PassungPassung beschreibt, wie gut ein Mensch und sein Umfeld zusammenpassen. In der Arbeitspsychologie heißt das Person–Environment Fit.Lesen → Person–Environment FitPerson–Environment Fit beschreibt die Passung zwischen einem Menschen und seiner Umwelt. Verhalten entsteht nicht nur aus der Person und auch nicht nur aus der Situation, sondern aus ihrem Zusammenspiel.Lesen → Person–Job FitPerson–Job Fit bezeichnet die Passung zwischen einer Person und ihrer konkreten Tätigkeit: Aufgaben, Anforderungen, Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnisse.Lesen → Person–Organization FitPerson–Organization Fit beschreibt die Passung zwischen einer Person und einer Organisation. Ein Mensch kann seine Aufgaben lieben und sich in der Organisation trotzdem fremd fühlen.Lesen → Needs–Supplies FitNeeds–Supplies Fit fragt, ob ein Umfeld das bereitstellt, was eine Person braucht oder wertschätzt – etwa Autonomie, Sicherheit, Zugehörigkeit, Entwicklung oder Sinn.Lesen → Demands–Abilities FitDemands–Abilities Fit beschreibt die Passung zwischen Anforderungen und Fähigkeiten. Misfit kann in beide Richtungen entstehen: Anforderungen können Fähigkeiten übersteigen, aber auch deutlich darunter liegen.Lesen → Job CraftingJob Crafting beschreibt die aktive Gestaltung des eigenen Arbeitsplatzes. Menschen verändern Aspekte ihrer Tätigkeit so, dass sie besser zu ihren Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen passen.Lesen → RollenpassungRollenpassung beschreibt, wie gut Erwartungen, Verantwortlichkeiten, Entscheidungsräume und Identität einer beruflichen Rolle zu einer Person passen.Lesen → RollenkonfliktEin Rollenkonflikt entsteht, wenn Erwartungen an eine Rolle oder zwischen mehreren Rollen nicht miteinander vereinbar sind.Lesen → Job Demands–Resources ModellDas Modell ordnet Arbeitsbedingungen in Anforderungen und Ressourcen und erklärt damit sowohl Belastungs- als auch Motivationsprozesse.Lesen →

Anpassung & Regulation

Wie Menschen sich steuern, anpassen und belastende Situationen bewältigen.

AnpassungAnpassung ist nichts Schlechtes. Anpassungsfähigkeit ist eine zentrale menschliche Fähigkeit. Problematisch wird Anpassung nicht dadurch, dass sie geschieht, sondern wie viel nötig ist und welchen Preis sie hat.Lesen → SelbstregulationSelbstregulation beschreibt Prozesse, mit denen Menschen ihr eigenes Denken, Fühlen, ihre Aufmerksamkeit und ihr Verhalten beeinflussen.Lesen → EmotionsregulationEmotionsregulation bezeichnet Prozesse, mit denen Menschen beeinflussen, welche Emotionen sie haben, wann sie auftreten und wie sie erlebt oder ausgedrückt werden.Lesen → Eigenes Denkmodell · in EntwicklungRegulationslogikRegulationslogik beschreibt, welche innere Funktion ein Verhalten erfüllt, etwa welches Bedürfnis es absichert. Der Begriff ist kein etablierter Fachbegriff, sondern mein Arbeitsbegriff.Lesen → Eigenes Denkmodell · in EntwicklungAnpassungslogikAnpassungslogik beschreibt, warum Menschen Verhaltensweisen entwickeln, die in einem bestimmten Umfeld sinnvoll oder notwendig waren. Der Begriff ist bislang kein etablierter Fachbegriff, sondern mein Arbeitsbegriff.Lesen → SelbstwirksamkeitSelbstwirksamkeit bezeichnet die Überzeugung, eine bestimmte Herausforderung durch eigenes Handeln bewältigen zu können. Sie ist nicht dasselbe wie Kompetenz.Lesen → CopingCoping bezeichnet Bemühungen, mit belastenden Anforderungen umzugehen. Welche Strategie hilft, hängt stark davon ab, ob eine Situation veränderbar ist.Lesen → SelbstführungSelbstführung umfasst Strategien, mit denen Menschen ihr eigenes Verhalten, ihre Motivation und Aufmerksamkeit zielgerichtet beeinflussen. Sie ist breiter als bloße Disziplin.Lesen → Psychologische GrundbedürfnisseIn der Selbstbestimmungstheorie werden drei grundlegende Bedürfnisse hervorgehoben: Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit.Lesen →

Transparenz

Wie belastbar ist ein Begriff?

Nicht jeder Begriff ist gleich gut erforscht. Auf jeder Begriffsseite zeige ich deshalb, wie gut er wissenschaftlich abgesichert ist. So siehst du, was etablierte Forschung ist und was ein Denkmodell aus meiner Praxis.

Wissenschaftlich tragfähig

Der Begriff ist wissenschaftlich untersucht und hat eine tragfähige Forschungslage. Wie breit und einheitlich, unterscheidet sich von Begriff zu Begriff. Einzelne Messverfahren müssen trotzdem separat bewertet werden.

Begrenzt

Der Begriff ist populär und wird vor allem in der Praxis angewendet. Als eigenständiges wissenschaftliches Konstrukt ist er nur begrenzt abgesichert.

Eigener Arbeitsbegriff

Kein etablierter Fachbegriff. Er bündelt wissenschaftliche Bausteine zu einer offen gekennzeichneten Arbeitsperspektive.

Begriffe sind der Anfang. Dein Muster ist die Frage.

Wenn du herausfinden willst, was bei dir nicht mehr passt, lass uns sprechen.

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