Kurz erklärt
Eine Stärke kann zu stark werden. Die Forschung zu „strength overuse" beschreibt genau dieses Phänomen: Eine Stärke kann problematisch werden, wenn sie zu intensiv, zu häufig oder im falschen Kontext eingesetzt wird. Erfolgreiche Stärkenutzung bedeutet, die passende Stärke im passenden Maß und zum passenden Zeitpunkt einzusetzen.
Was bedeutet Übertreibung einer Stärke genau?
Eine Stärke kann zu stark werden.
Die Forschung zu „strength overuse" beschreibt genau dieses Phänomen: Eine Stärke kann problematisch werden, wenn sie zu intensiv, zu häufig oder im falschen Kontext eingesetzt wird. Neuere Übersichtsarbeiten betonen deshalb, dass erfolgreiche Stärkenutzung bedeutet, die passende Stärke im passenden Maß und zum passenden Zeitpunkt einzusetzen.
Beispiele:
Verlässlichkeit → Überverantwortung
Empathie → permanente Orientierung an anderen
Autonomie → Schwierigkeiten, Unterstützung anzunehmen
Kreativität → Ideenproduktion ohne Umsetzung
Gewissenhaftigkeit → Perfektionismus
Durchsetzungsstärke → Dominanz
Die wichtige Frage lautet deshalb nicht:
„Was sind meine Stärken?"
Sondern auch:
„Wann kippen sie?"
Was bedeutet das praktisch?
Verlässlichkeit wird zur Überverantwortung; Autonomie zum reflexhaften Alleinmachen; Gewissenhaftigkeit zum Perfektionismus.
Womit wird Übertreibung einer Stärke häufig verwechselt?
Mit einer Schwäche. Einer übertriebenen Stärke fehlt nichts. Es ist zu viel des Guten, oder das Richtige am falschen Ort.
Die Gedankenakrobaten-Perspektive
Stärken interessieren mich nicht als positives Etikett, sondern in ihrer Dosierung und Kontextpassung. Was Wirkung erzeugt, kann bei Übernutzung Nebenwirkungen entwickeln. Genau deshalb gehören Nutzen und Kosten in dieselbe Analyse.
Und bei dir?
Wo zeigt sich Übertreibung einer Stärke bei dir als Ressource, und unter welchen Bedingungen wird daraus Reibung, Aufwand oder ein Passungsproblem?
Was davon würdest du heute bewusst genauso wählen, und was läuft eher automatisch weiter?