Allein unter Clowns – die 10 Stressfiguren und wie wir sie zähmen
Rückblick: Willkommen zurück in der Manege
Im ersten Artikel unserer Blogreihe – „Zirkus der Gedankenakrobaten – Bühne frei für Persönlichkeit“ – haben wir uns die große Show angesehen:
die Arena (Motivkompass),
die Kostüme (Belbin-Rollen),
die Masken (Charakterzüge),
und die ersten Auftritte der Clowns (Stressmuster).
Wir haben festgestellt: Teams sind keine Excel-Tabellen, sondern bunte, chaotische und faszinierende Zirkusensembles.
Heute aber widmen wir uns den wahren „Stars“ der Manege: den Clowns. Oder, weniger charmant formuliert: den „Difficult People“.
Warum wir Clowns brauchen – und gleichzeitig verfluchen
Wenn wir ehrlich sind: Clowns nerven.
Sie nerven im echten Zirkus (zu laut, zu albern, zu schrill) und sie nerven im Team, wenn sie in Form von Stressmustern auf die Bühne springen.
Aber: Clowns erfüllen auch eine Funktion. Sie zeigen uns, dass gerade etwas im System kippt. Dass Druck da ist. Dass jemand überfordert, verunsichert oder verletzt ist.
Kurz gesagt: Der Clown ist nicht der Feind. Er ist ein Warnsignal.
Die 10 Clowns im Überblick
Brinkman & Kirschner haben sie auf den Punkt gebracht – und wer sich selbst ehrlich anschaut, findet garantiert mindestens einen davon in der eigenen Garderobe.
The Tank (Bulldozer): fährt über alles und jeden hinweg, laut, fordernd, kompromisslos.
The Sniper (Scharfschütze): verteilt Spitzen, sarkastische Bemerkungen, kleine Nadelstiche.
The Grenade (Handgranate): explodiert emotional, Chaos pur, danach verbrannte Erde.
The Know-It-All (Alleswisser): hat immer recht, duldet keine Widerrede.
The Think-They-Know-It-All (Pseudo-Experte): tut so, als wüsste er alles – tut er nicht.
The Whiner (Nörgler): immer unzufrieden, immer im Mangelmodus.
The No Person (Blockierer): sieht in allem Probleme, bremst Innovation.
The Nothing Person (Schweiger): zieht sich zurück, sagt nichts, bleibt passiv.
The Maybe Person (Zauderer): unentschlossen, verzögert Entscheidungen.
The Yes Person (Ja-Sager): sagt zu allem „Ja“, hält es aber nicht oder kollabiert am Ende.
Stressmuster = Übertreibung der Motive
Das Entscheidende: Diese Figuren sind keine böse Absicht. Niemand steht morgens auf und denkt: „Heute spiele ich mal den Sniper, das wird lustig.“
Es ist schlicht die Übertreibung unserer Grundmotive im Stress.
ROT (Dominanz / Kampf): kippt in Tank (Dampfwalze), Grenade (Explosion) oder No Person (Blockade).
BLAU (Ordnung / Stabilität): kippt in Know-It-All (Rechthaber) oder No Person (aus Prinzip dagegen).
GRÜN (Bindung / Harmonie): kippt in Whiner (Jammern), Maybe Person (Zaudern) oder Nothing Person (Schweigen).
GELB (Initiative / Spiel): kippt in Sniper (Humor → Sarkasmus), Yes Person (Überforderung) oder Think-They-Know-It-All (Wichtigtuer).
Oder kurz gesagt: Dein Clown ist dein Motiv im Stress-Kostüm.
Beispiele aus der Manege
Die Visionärin (gelb), die sonst mit Begeisterung neue Horizonte öffnet, wird im Stress zum Yes Person: zu viele Projekte, zu viele Versprechen – am Ende bricht alles zusammen. (Ja, hallo, erwischt 🙋♀️.)
Der Organisator (blau), der normalerweise das Rückgrat des Teams ist, kippt in den Know-It-All: pedantisch, rechthaberisch, null flexibel.
Der Helfer (grün), der sonst das Herz des Teams ist, wird zum Whiner: „Immer muss ich alles machen, niemand sieht meine Mühe.“
Der Macher (rot), der normalerweise für Tempo sorgt, verwandelt sich in den Tank: „Weg da, wir machen das JETZT!“
Wie wir die Clowns zähmen
Die gute Nachricht: Clowns sind zähmbar. Nicht durch Gewalt, sondern durch Bewusstsein und Humor.
1. Erkennen
Sobald du merkst, dass ein Clown die Bühne stürmt – benenne ihn innerlich.
„Ah, da ist wieder mein Sniper. Danke für den Hinweis, dass ich gerade überreizt bin.“
2. Entkräften
Humor entgiftet. Ein Team, das über seine Clowns lachen kann, ist gesünder.
Achtung: nicht auslachen, sondern miteinander lachen.
3. Regulieren
Frage dich: Was braucht das Motiv gerade?
Rot: Klarheit.
Blau: Sicherheit.
Grün: Zugehörigkeit.
Gelb: Freiheit.
4. Commitments nutzen
Im Team klare Absprachen:
Brücken bauen – Verständnis entwickeln.
Hand reichen – unterstützen, statt anklagen.
Grenzen setzen – freundlich, aber bestimmt: „Bis hierhin und nicht weiter.“
Fazit: Ohne Clowns keine Show
Ja, Clowns nerven. Aber sie gehören zur Manege dazu. Sie sind Spiegel unserer Motive im Stress. Und wenn wir lernen, sie zu erkennen, zu benennen und mit Humor zu nehmen, dann werden sie nicht zur Katastrophe – sondern zum Signal für Entwicklung.
Ausblick: Die Show geht weiter 🎉
Dies war Teil 2 unserer Blogreihe „Der Zirkus der Gedankenakrobaten“.
Als Nächstes schauen wir beim Maskenball im Team vorbei – und entdecken, warum Charakterzüge die Rollen färben.
👉 Neugierig geworden?
Wenn du Lust hast, die Manege deines Teams mal genauer anzuschauen, buche dir einen Kennenlerntermin.
🎪 „Wir gucken gemeinsam in euren Zirkus.“




