Das Nervensystem führt mit: Hochsensibilität in Verantwortung
Führung wird gern als Mindset-Frage verkauft.
Als Haltung. Als Entscheidung. Als innere Einstellung.
Für hochsensible Menschen greift das zu kurz.
Denn Führung ist auch – und oft zuerst –
eine Frage des Nervensystems.
Hochsensibilität = feinere Reizverarbeitung
Hochsensible Menschen verarbeiten Reize:
intensiver
tiefer
schneller
Das ist neurobiologisch gut belegt, u. a. durch die Forschung von Elaine Aron.
Hochsensibilität bedeutet:
mehr Informationen gleichzeitig
weniger Filter
stärkere emotionale Resonanz
Das ist eine Stärke, solange das System reguliert bleibt.
Führung unter Dauerverantwortung
Führung bedeutet:
Verantwortung für Entscheidungen
Verantwortung für Menschen
Verantwortung für Ergebnisse
Für ein hochsensibles Nervensystem heißt das:
Daueraktivierung.
Nicht punktuell. Sondern konstant.
Das autonome Nervensystem unterscheidet nicht zwischen:
„Ich will das gut machen“ und
„Ich stehe unter Druck“.
Es reagiert auf:
Komplexität
Unklarheit
emotionale Spannung
Warum Hochsensible schneller dysregulieren
Dysregulation bedeutet nicht „zusammenbrechen“.
Sie zeigt sich oft leise:
innere Unruhe
Erschöpfung trotz Pausen
Reizbarkeit
Rückzug
gedankliches Abschalten
Das Nervensystem wechselt dann in einen Sparmodus:
weniger fühlen, weniger investieren, weniger Risiko.
👉 Genau hier entsteht das, was Artikel 4 beschreibt:
innere Kündigung ohne äußeren Knall.
Warum Mindset hier nicht reicht
Sätze wie:
„Du musst dich besser abgrenzen.“
„Du darfst das nicht so nah an dich ranlassen.“
verkennen das Problem.
Das Nervensystem lässt sich nicht überzeugen.
Es reagiert auf reale Bedingungen:
klare Rollen
echte Grenzen
überschaubare Verantwortung
Sicherheit
Ohne diese Faktoren bleibt jede Mindset-Arbeit Kosmetik.
Hochsensibilität braucht Struktur, nicht Härte
Viele Hochsensible glauben:
„Ich bin zu sensibel für Führung.“
Die Wahrheit ist:
Du bist zu sensibel für schlecht gestaltete Führungssysteme.
Wenn du das Gefühl hast,
dass dein Körper früher reagiert als dein Kopf,
dann ist das kein Makel – sondern ein Frühwarnsystem.
👉 Mehr dazu auch in
„Emotionale Intelligenz oder emotionale Ausbeutung?“ (Direct Link einfügen)
Gedankenakrobaten-Moment
Ich habe lange versucht, mich „zusammenzureißen“.
Heute weiß ich:
Mein Nervensystem war nicht schwach.
Es war ehrlich.
Reflexionsfragen
Wann ist mein System ruhig – und wann dauerhaft angespannt?
Welche Verantwortung trage ich emotional, nicht offiziell?
Welche Struktur würde meinem Nervensystem Sicherheit geben?
Fazit
Hochsensible Führung beginnt nicht im Kopf.
Sie beginnt im Nervensystem.
Und genau dort entscheidet sich,
ob Sensibilität zur Stärke oder zur Belastung wird.
👉 Wenn du spürst, dass dein Körper längst reagiert, während dein Kopf noch erklärt, lass uns sprechen. Ein Perspektivwechsel kann entlastender sein als jede Technik.
Deine Kristin von #Gedankenakrobaten®
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